SA 7.10. 10:00-12:00 Debatte/Austausch

Hoffnung entsteht aus Rebellion!
Wie weiter nach Hamburg und Ende Gelände?

Mit Emily Laquer (NoG20, IL), Grazer Aktivist*innen und dir

Anfang Juli fanden in Hamburg eine Woche lang massive, sehr vielfältige Proteste gegen den dortigen G20-Gipfel statt. Weit über hunderttausend Menschen protestierten gegen das Treffen der Zerstörer*innen unserer Welt und gegen die Aufrechterhaltung eines Gesellschaftssystems, das für Ausbeutung, Unterdrückung, Hunger, unzählige Kriege und den sich verschärfenden Klimawandel verantwortlich ist. Auch der Einsatz von über 20.000 Polizist*innen, schwer bewaffneten Spezialeinheiten, dutzenden Wasserwerfern und Räumpanzern und die Einrichtung einer 38 Quadratkilometer großen Demoverbotszone, konnten die Menschen nicht davon abhalten, ihr Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit durchsetzen.

Die Massenaktionen zivilen Ungehorsams BlockG20 Colour the Red Zone und Shut Down The Logistics of Capital werden von Vielen als erfolgreich bewertet. Im Zuge ersterer gelang es, die Demoverbotszone außer Kraft zu setzen und den reibungslosen Ablauf des Gipfels durch gewaltfreie Straßenblockaden zu stören. Zweitere blockierte den Hafen und sorgte für drei Tage Rückstau in der Abwicklung der dortigen Geschäfte.

Die an den Protesten beteiligten Menschen machten sehr unterschiedliche Erfahrungen. Ob Inspiration und Motivation durch empowernde Erlebnisse bei Blockaden oder Desillusionierung durch Polizeigewalt – wertvoll sind sie alle. Denn es ist davon auszugehen, dass Proteste in den nächsten Jahren häufiger und die Auseinandersetzungen mit den Herrschenden härter werden. Um dafür gerüstet zu sein braucht es einen lebendigen Austausch über vergangene Proteste und die Bewegungen stärkende Lernprozesse. Die Beurteilung der Proteste in Hamburg fiel insgesamt sehr unterschiedlich aus. Im Rahmen dieser Veranstaltung wollen wir uns darüber austauschen.

Am letzten Augustwochenende wurde im Zuge von Ende Gelände Europas größter Klimakiller, die Kohleinfrastruktur im Rheinland, erfolgreich blockiert. Auch dort gab es Polizeigewalt, aber die meisten Beteiligten machten in erster Linie positive Erfahrungen. Nach einer kurzen Einschätzung der Ende Gelände Aktionen wollen wir diese bezüglich verschiedener Aspekte mit jenen in Hamburg vergleichen. Weiters wollen wir uns u.a. fragen, wie am besten mit Polizeigewalt umgegangen werden kann, wie mit Kriminalisierung und juristischer Verfolgung.

Zwei Fragen, die wir uns auch immer wieder stellen sollten: wie kann dazu beigetragen werden, dass immer mehr Menschen gewaltfreie ungehorsame Aktionen als legitim und angemessen betrachten? Und wie können Aktionen so gestaltet werden, dass möglichst viele Menschen teilnehmen können?